Dadant

Umbau einer handelsüblichen Dadant Beute

2016 habe ich 10 Dadant Blatt Beuten für die Integration von Bücherskorpionen umgebaut. Hierbei habe ich einen Deckel mit einer integrierten Strohkammer konstruiert. Von der Strohkammer können die Bücherskorpione durch etliche Spalten direkt in den Bereich oberhalb der Oberträger gelangen. In die Strohkammern wurden jeweils bis zu 100 Bücherskorpione eingesetzt.

Varroa gewinnt

Leider kann ich mit dieser Konstruktion nur einen kleinen Erfolg vorweisen. Nur eins von zehn Völkern hat den Herbst/Winter überstanden. 8 Völker standen an einem Bienenstand mit nur 2m Abstand zwischen den Beuten. Diese Völker sind wie Dominosteine der Reihe nach im Abstand von wenigen Tagen an der Varroa eingegangen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt leider nicht schnell genug verstanden, was vor sich geht. Offensichtlich hat sich die Varroa aufgrund der Gegebenheiten an dem Bienenstand „horizontal“ verbreiten können. Überlebende Bienen der kollabierten Völker haben sich mit Honigvorräten im jeweiligen Nachbarvolk eingebettelt und dort den Varroadruck deutlich erhöht.

Die Bücherskorpione konnten diese Entwicklung nicht stoppen, bzw. die Konstruktion dürfte nicht optimal für die Symbiose sein. Dies zeigt wie schwierig ein Umbau von bestehenden Beuten ist. Es ist nicht damit getan ein einzelnes Bauteil auszuwechseln und eine zusätzliche Kammer als „Wohnraum“ für die Bücherskorpione zu schaffen. Der Schlüssel zum Erfolg ist die „Wohnräume“ ineinander übergehen zu lassen. Die Bienen müssen sich im Bereich der Bücherskorpione aufhalten können und die Bücherskorpione müssen ohne Hindernisse von den Seiten an die Waben gelangen können.

2 Völker standen bei befreundeten Imkern. Das Eine ist ziemlich sicher wegen Schimmelbildung eingegangen, alle Waben waren bei der ersten Durchsicht 2017 stark mit Schimmel befallen.

Das andere Volk erfreut sich bester Gesundheit. Es steht alleine am Bienenstand.

Das Auszählen eines 2 Wochen (9.-23.4.2017) lang ausgelegten Varroa Kontrollbretts in diesem Volk hat eine Gesamtanzahl von 108 Milben ergeben. Davon hatten 55 Milben einzelne abgetrennte Beine und können sicher dem Grooming zugerechnet werden. Verletzungen, die über diese hinausgehen, wurden nicht dem Grooming zugerechnet. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass von den gefallenen Milben noch mehr auf das Grooming zurückzuführen sind. Auch weil nicht alle Verletzungen unter dem Mikroskop erkannt werden.

Es wurde also mindestens die Hälfte der gefallenen Milben von den Bienen durch Grooming entfernt!

Über die Wirksamkeit der Symbiose mit den Bücherskorpionen in diesen Umbauten kann leider nur spekuliert werden.

Bauanleitungen und Bausätze für alternative Beutensysteme sind in Planung bzw. bereits in der Mache und werden in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht.

 

 

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