Auswirkung einer hohen Luftfeuchte im Bienenstock auf den Wassergehalt des Honigs

Zwischen dem Wassergehalt des Honigs und der ihm umgebenden Luftfeuchte stellt sich ein Gleichgewicht ein. Die Ausgleichsfeuchte des Honigs bei einer relativen Luftfeuchte von 55% beträgt etwa 17,5%. Bei einer relativen Luftfeuchte von 80% stellt sich im Honig ein Wassergehalt von über 30% ein (Quelle: The hygroscopic properties of different dilutions of Honey, Doull & Mew 1977).

Die Wachsverdeckelung der Honigzellen bremst die Geschwindigkeit dieser Wassertransporte ab, sie verhindert die Diffusion aber nicht. Die Wachsschicht ist so dünn, dass der Widerstand dieser Verdeckelung gegenüber der Wasserdampfdiffusion genau so groß ist wie der einer einer 3,3cm dicken Luftschicht.  Der Versuchsaufbau zur Ermittlung der Diffusionsstromdichte wird weiter unten beschrieben.

Es kommt also bei einer Erhöhung der Luftfeuchte in den Wabengassen auch zu einer Erhöhung des Wassergehaltes  des Honigs. Honig mit einem Wassergehalt oberhalb von 18% ist extrem gärungsgefährdet (“Wassergehalt im Honig”, LAVES – Institut für Bienenkunde, 2014). Eine solche Erhöhung der relativen Luftfeuchte ist beispielsweise die Folge einer mangelhaften Wärmedämmung in der kalten Jahreszeit. Es stellt sich die Frage, ob solche eventuellen Gärungsprozesse im Herbst oder Frühjahr nicht auch eine Gesundheitsgefahr für die Bienen darstellen.

Die Wasserdampfdiffusionswiderstände der Wachsverdeckelung wurden mit folgendem Versuchsaufbau ermittelt:

Der mit Wasser getränkte Tonkrug dient als Klimakammer, bei verschlossenem Deckel stellt sich innerhalb eine relative Luftfeuchte von fast 100% ein. In den Gläsern wird mittels einer gesättigten Salzlösung eine relative Luftfeuchte von 33% erzeugt. Durch diese Differenz der relativen Luftfeuchte kommt es zu einer Wasserdampfdiffusion durch die Probekörper. Die Diffusionsstromdichte wird über die Gewichtsveränderung der Gläser erfasst. Der Versuchsaufbau entspricht prinzipiell dem Aufbau nach DIN EN ISO 12572, allerdings ist die Diffusionsfläche etwa 10x kleiner und die Genauigkeit daher geringer. Diese kleinere Diffusionsfläche musste gewählt werden, da es nahezu unmöglich ist eine geschlossene Wachsverdeckelung mit einer Kreisfläche von über 9cm Durchmesser zu entnehmen.

Unter Annahme einer etwa 0,1mm dicken Verdeckelung ergibts sich hieraus für den Verdeckelungswachs eine Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ von 330.

Neben den 5 Proben der Wachsverdeckelung wurden auch Proben mit gegossene Mittelwänden, Proben mit von Bienen gebauten Mittelwänden und  Proben mit Propolis untersucht.