Auswirkung einer hohen Luftfeuchte im Bienenstock auf den Wassergehalt des Honigs

Zwischen dem Wassergehalt des Honigs und der ihm umgebenden Luftfeuchte stellt sich ein Gleichgewicht ein. Die Ausgleichsfeuchte des Honigs bei einer relativen Luftfeuchte von 55% beträgt etwa 17,5%. Bei einer relativen Luftfeuchte von 80% stellt sich im Honig ein Wassergehalt von über 30% ein (Quelle: The hygroscopic properties of different dilutions of Honey, Doull & Mew 1977).

Die Wachsverdeckelung der Honigzellen bremst die Geschwindigkeit dieser Wassertransporte ab, sie verhindert die Diffusion aber nicht.

Wie groß der Wasserdampfdiffusionswiderstand der Honigzelldeckel ist muss noch abschliessend geklärt werden. Eigene Beobachtungen/Untersuchungen geben ein widersprüchliches Bild: Einerseits konnte ich mit einem Versuch überschläglich eine Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ von 330 ermitteln, andererseits lassen Gewichtsmessungen von Honigwaben, die wechselnden Luftfeuchten ausgesetzt wurden, einen µ-Wert größer 10000 vermuten.

Im letzteren Fall wäre die Honigverdeckelung nicht mehr als diffusionsoffen, sondern als diffusionshemmend einzustufen. Es würde zwar noch Wasser durch die Deckel diffundieren, die Wassermenge wäre aber im Vergleich zu den sonstigen Wassertransporten in der Bienenbehausung vernachlässigbar.