Baumbeute

Baumbeute mit Eigenschaften der Baumhöhle

Die Baumbeute trägt ihren Namen aufgrund der nachgebildeten Eigenschaften von Baumhöhlen.  Insbesondere ist die Geometrie und die Pufferwirkung der Baumhöhlen nachgebaut. Die Beute ist mit mehreren Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattet. Die Daten bestätigen erneut das aktive Entfeuchten durch die Bienen.  Durch die Messungen kann ich im Laufe des Winters die Berechnungen bzgl. der Pufferwirkung des Holzes überprüfen und gegebenenfalls korrigieren.

Bezüglich der Symbiose mit Bücherskorpionen enthält sie bewährte Details aus den Vorjahren. An den Wabenbau seitlich angrenzende Strohbereiche sind die bislang erfolgreichste Konstruktion um die Symbiose zu unterstützen. Diese Strohkammern werden von dem Bienenraum nur durch ein grobmaschiges Gitter getrennt, welches die Bienen ohne weiteres durchqueren können. Die Füllung mit Stroh ist so locker, dass die Bienen sich in diesem Bereich bewegen und aufhalten können. In den Strohkammern sind zur Außenwand hin kleine Abschnitte von Terrassendielen verschraubt. Sie dienen den Bücherskorpionen als Rückzugsort. Eigene IR Aufnahmen zeigen, dass Bücherskorpione sich mit Vorliebe ruhenden Bienen zum Absuchen von Parasiten nähern. Es ist aber auch denkbar, dass sie Bienen beim Wechsel der Wabengasse durch die Strohkammer putzen. Oder aber während des Aufbringens von Propolis.

Geometrie

Die Geometrie der Baumbeute orientiert sich an der von Baumhöhlen. Breite x Länge des Innenraumes der Bienen betragen 16 x 19cm, die Höhe des Innenraumes 105cm. Es ergibt sich ein Verhältnis von Höhe/Durchmesser von 6. Den Bienen steht ein Volumen von 32l für den Wabenbau zur Verfügung. Eine aktuelle Studie unter Beteiligung von T. Seeley (siehe Downloads) belegt einen positiven Einfluss von kleinen Beuten Volumen auf die Entwicklung der Varroa.

Material

Die Holzmasse der Baumbeute ist recht hoch. Hierdurch wird die komplette im Winter in der Beute anfallende Feuchtigkeit aufgenommen (um sie im folgenden Sommer wieder abzugeben).
Auf den Mobilbau wird gänzlich verzichtet. Zugang zum Wabenbau ist nur von einer Seite möglich. Da die Bienen die Waben auf der ganzen Länge an den Gittern der Strohkammern befestigen, ist es möglich Teile der Waben auszuschneiden um einen Blick auf die dahinterliegenden zu bekommen. Solche Eingriffe erfolgen natürlich nur im Verdachtsfall von schwerwiegenden Erkrankungen. Die routinemäßige Kontrolle des Volkes erfolgt “am Flugloch”, bzw. mit einem Blick von unten auf den Wabenbau.

Wärmedämmung

Eine Nachbildung einer den Baumhöhlen ähnlichen Wärmedämmung ist nicht ganz einfach. Die Verlockung mit Kunststoffbeuten zu arbeiten ist diesbezüglich groß. Es ergeben sich bei diesem Material aber schwerwiegende Nachteile, so dass eine Verwendung für mich nicht in Frage kommt. Das Imkern mit Klotzbeuten kommt der Natur sicherlich am Nächsten, scheidet aber wegen des hohen Gewichtes aus.
Ein guter Kompromiss wäre innen mit Holz zu arbeiten und außen eine zusätzliche Dämmung aus natürlichen Materialien anzubringen. Problematisch ist hierbei aber das Auftreten von Tauwasser in Folge von Wasserdampfdiffusion durch das Bauteil in genau diesen äußeren Dämmschichten. Schimmelbildung wäre eine große Gefahr. Ich habe mich bei meinen aktuellen Beuten für eine Konstruktion aus massiven Holzbohlen (4,5cm) und für eine zusätzliche Dämmung der oberen Hälfte der Beuten aus PUR Dämmplatten entschieden.