Bauphysikalische Eigenschaften von Bienenbeuten

Bauphysik in Bienenstöcken

Die Bauphysik von Bienenbeuten und Baumhöhlen könnten viel unterschiedlicher nicht sein:

In Baumhöhlen kommt es durch die große Pufferwirkung des Holzes zu konstanten Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten. In Bienenbeuten gibt es wegen der geringen Masse der Konstruktionen große Schwankungen von Temperatur und relativer Luftfeuchte.

Die Feuchtigkeit wird in Bäumen in der kalten Jahreszeit gepuffert und im Sommer durch Belüftung der Bienen abgeführt. Weder Dampfdiffusion, noch Belüftung spielen im Winter eine Rolle für das Abführen von Feuchtigkeit.

In den modernen Bienenbeuten wird die Dampfdiffusion an entscheidender Stelle (am Deckel) unterbunden und kommt nur geringfügig an den Seitenwänden zum Einsatz. Für eine nennenswerte Pufferwirkung ist die Holzmasse der Beuten zu gering. Es verbleibt nur die Belüftung zum Abführen von Feuchtigkeit aus den Beuten. Die hierfür notwendigen Luftwechselraten werden nicht ansatzweise erreicht, es kommt zu einem Kondenswasseranfall (und Schimmelbildung) in den Beuten.

Geometrie Baumhöhle vs Dadant Beute
Geometrie & Lage der Bienentraube in Baumhöhlen & Beuten

Die Wärmedämmung von Bienenstöcken in Baumhöhlen ist ausgezeichnet. Sie erfüllt problemlos die WärmeschutzVO95. Also eine gar nicht so alte Mindestanforderung an die Dämmung von Wohnungen und Häusern von Menschen. Die dünnwandigen Holzkonstruktionen moderner Beuten bieten im Vergleich hierzu einen geringen Wärmeschutz.

Kunststoff- und Styroporbeuten können diesbezüglich mithalten, scheiden aber als direkte Umwandung des Bienenraumes in einer artgerechten Bienenhaltung nach meinem Verständnis aus. Eine Kombination mit Holzbeuten, beispielsweise als äußere Dämmschicht der Seitenwände, wäre allerdings sinnvoll.

 

Folgend werden etliche Beispielrechnungen durchgeführt, die unterschiedlichen Eigenschaften von Magazinbeuten und Baumhöhlen verdeutlichen.

Pufferwirkung

Wasserdampfdiffusion

Belüftung

Wärmedämmung