Belüftung von Baumhöhlen und Magazinbeuten

Belüftung von Baumhöhlen

Ein natürlicher Luftwechsel in der Baumhöhle findet nur im geringen Maße statt, für den Abbau von Feuchtigkeit ist dieser vernachlässigbar.
Das Flugloch befindet sich in der Regel im unteren Drittel der Baumhöhle. Mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern und einer Tunnellänge von ca. 5-15cm dürften keinen nennenswerten Luftwechselraten entstehen. Durchschnittliche geometrische Daten von natürlich von Bienen bewohnten Baumhöhlen lassen sich aus “The nest of the honeybee” entnehmen, die Studie ist unter Downloads verlinkt.

Belüftung von modernen Magazinbeuten

Bei moderne Magazinbeuten mit ihren diffusionsdichten Deckeln tragen  Wasserdampfdiffusion und Pufferwirkung nicht nennenswert zum Abbau der anfallenden Feuchtigkeit bei. Aufgrund der geringen Wärmedämmung fällt bereits im Wabenbau Kondenswasser an. Eine vermeintlich sinnvolle Lösung für das Problem ist eine erhöhte Belüftung in Form eines offenen Bodens oder sogar durch Anlegen von Querlüftungen. Die hierfür notwendigen Belüftungsraten werden bei weitem nicht erreicht. Die leichte Verbesserung bezüglich Schimmelbildung wird teuer erkauft über zusätzliche Energieverluste.

Um die komplette anfallende Feuchtigkeit abzutragen und die relative Luftfeuchte innen auf 70% zu halten wäre theoretisch eine stündliche Luftwechselrate von 300 notwendig. Diese Luftwechselrate wird selbstverständlich nicht erreicht. In der Folge steigt die relative Luftfeuchte innen, bzw. die absolute Feuchte der Luft. Daher wird nun mit jedem Luftwechsel mehr Feuchtigkeit abgetragen als zuvor. Aber selbst bei einer relativen Luftfeuchte von 100% wären theoretisch noch 45 Luftwechsel pro Stunde notwendig um die anfallende Wassermenge abzutragen.

Es liegt auf der Hand, dass solche Luftwechselraten nicht erreicht werden können. Die durch den Stoffwechsel der Bienen anfallende Feuchtigkeit schlägt sich in Form von Kondenswasser nieder. Das ist teilweise auch in Baumhöhlen und gut gedämmten schlanken Beuten so! Dort fällt das Kondenswasser aber in den untersten Bereichen an und ist für die Bienen unproblematisch, vielleicht sogar erwünscht. Bei schlechter Wärmedämmung der Bienenbeuten und/oder einer breiten Geometrie kondensiert das Wasser bereits mitten im Wabenbau. Und hier stellt es mit Sicherheit ein Problem dar.