Beutenklima

Das Beutenklima beeinflusst die Bienengesundheit

Das Beutenklima spielt eine große Rolle bezüglich der Bienengesundheit. Einerseits kommt es durch zu hohe Feuchtigkeit zu Wachstum von pathogenen Keimen, und somit zu einer direkten Belastung der Gesundheit. Andererseits werden durch die Notwendigkeit für die Bienen das Klima zu regulieren, wertvolle Zeit und Energie gebunden.
Wird es im Sommer in den Beuten beispielsweise zu heiss, so sind die Bienen gezwungen viel Zeit und Energie in das Kühlen (Befeuchten und Belüften) zu investieren. Kühlt der Brutraum im Herbst/Frühjahr zu weit ab, müssen die Bienen Zeit und Energie in das Heizen investieren.
Diese Zeit fehlt nicht nur für die Honigproduktion, sondern auch für wichtige Aufgaben wie das Propolisieren der Beute und das Grooming.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit schädigt die Bienen zusätzlich durch die uneingeschränkte Fortpflanzung und eine erhöhte Lebenserwartung etlicher Parasiten. Ein trockenes Klima dagegen schadet den Parasiten. Die Larven des kleinen Beutenkäfers neigen bei einer relativen Luftfeuchte von unter 50% zum Austrocknen (Quelle: University of Florida). Eine relative Luftfeuchtigkeit unterhalb von 34% führt zwangsläufig zum Austrocknen (Quelle: Current Zoology).
Bei der Wachsmottenlarve führen relative Luftfeuchtigkeiten unterhalb 34% ebenfalls zwangsläufig zum Austrocknen. Oberhalb dieser Luftfeuchte nimmt die Überlebensfähigkeit der Larven mit steigender Luftfeuchtigkeit zu. Je feuchter es ist, desto besser und auch schneller entwickeln sie sich. Auch die Lebenserwartung der ausgewachsenen Tiere steigt mit zunehmender relativer Luftfeuchte (Quelle: Current Biotica).

Das Beutenklima der natürlichen Bienenbehausung

In 45 Mio Jahren Evolution haben die Bienen gelernt die Feuchtigkeit in Baumhöhlen effektiv zu reduzieren. Dieses Verhalten ist abgestimmt auf die Eigenschaften der Baumhöhle (Geometrie, Wärmedämmung, Holzmasse). Im März 2017 haben wir einen Artikel über die Reduzierung der Feuchtigkeit im Bienenstock durch aktives Belüften der Biene veröffentlicht.

 

Aktives Entfeuchten des Bienenstocks durch Belüften der Biene
Aktives Entfeuchten des Bienenstocks durch Belüften der Biene, Sachs & Tautz

Wir konnten anhand von Temperaturschwankungen nachweisen, dass die Bienen aktiv Feuchtigkeit aus dem Zentrum des Bienenstockes in die äußeren/unteren Bereiche des Bienenraumes befördern. Sie nutzen hierbei den gleichen Effekt, den wir Menschen beim “Stoßlüften” nutzen. Die im Bienennest anfallende Feuchtigkeit wird in mehreren Schritten durch Belüftung in die unteren Bereiche getrieben. Dort wird sie im Idealfall von dem umgebenden Holz durch Sorption aufgenommen und/oder durch Wasserdampfdiffusion nach außen abgetragen. Im ungünstigsten Fall (wenn bereits eine Fasersättigung des Holzes eingetreten ist) kondensiert das Wasser an den Oberflächen. In Baumhöhlen schaffen die Bienen so in den oberen Bereichen eine relative Luftfeuchte von etwa 50%.

In modernen Bienenbeuten hat dieses Verhalten nicht den gleichen Effekt. Zwar schaffen die Bienen es auch hier die Luftfeuchte im Zentrum der Traube zu reduzieren, an den Rändern der Waben kommte es aber zu Luftfeuchtigkeiten oberhalb von 80%. Das liegt vor allem an der schlechten Isolierung. Die Feuchtigkeit kondensiert bereits in den oberen Bereichen der Beuten, bevor sie von den Bienen nach unten gefächelt werden kann.

 

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Kondenswasser und Schimmel als Folge eines nicht artgerechen Beutenklimas
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Kondenswasser und Schimmel als Folge eines nicht artgerechen Beutenklimas
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Das Beutenklima beeinflusst direkt die Bienengesundheit. Zu hohe Feuchtigkeit fördert das Wachstum von pathogenen Keimen und belastet direkt die Gesundheit der Biene. Außerdem werden durch die Notwendigkeit das Klima zu regulieren, wertvolle Zeit und Energie gebunden.
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