Gruibert

Bienenbeute Gruibert

Die Gruibert-Beute ist eine Doppelwandige und mit Hanfdämmwolle gedämmte Holzbeute zur Aufhängung in einem Baum. Einige Eigenschaften dieser Beute entsprechen denen von natürlichen Baumhöhlen. Sie stellt einen Kompromiss zwischen einer solchen natürlichen Behausung und klassischen Magazinbeuten dar. Mit folgenden Eigenschaften ist die Beute ausgestattet:

  • Wärmedämmung vergleichbar der in einer von Bienen bewohnten Baumhöhle, die Dämmung der Seiten und des Deckels entspricht der von über 40cm Massivholz
  • Flugloch mit 4cm Durchmesser und einem Tunnel von 19,5cm Länge
  • Bienen haben ein Volumen von 37 Litern zur Verfügung
  • Betrieb mit Oberträgern
  • Geometrie angelehnt an von Bienen bewohnten Baumhöhlen höher als breit, einsetzen “Kuntzsch hoch” Rähmchen (Maße: Oberteil 274/25/8 Unterteil: 250/25/8 Seitenteil 330/25/8) möglich
  • Zugriff auf den Brutraum von oben und unten möglich
  • Aufhängung im Baum
  • Varroa Kontrollbrett
  • Beute lässt sich mit einfachen Mitteln und ohne besondere Vorkenntnisse nachbauen

Der vermutlich wichtigste Punkt ist die hohe Wärmedämmung. Und zwar nicht nur wegen der Wärmedämmung an sich, sondern auch wegen der Auswirkung auf den Kondenswasseranfall im Bienenstock.

Jeder kann und darf diese Beute nachbauen. Natürlich sind auch eigene Ausführungen/Varianten möglich und erwünscht. Verbesserungen werden wir gerne aufgreifen und dokumentieren. Es gibt kein Copyright, nehmt die Akkuschrauber in die Hand und versorgt eure Bienen mit einer vernünftigen Wärmedämmung!

Betrachtung der Beute im Dialog mit Dipl. Biologin Sigrun Mittl:

Materialliste

  • knapp 24m sägeraue Bretter mit Querschnitt 24mmx180mm. Da es zwangsläufig zu Verschnitt kommt, Einkauf von 7x 4m Brettern. Anm.: Mit einer sorgfältigen Auswahl der Bretter kann man sich eine Menge Arbeit sparen: Einfach die Bretter einzeln mit jeder Seite auf den Boden legen und prüfen ob sie plan aufliegen.
  • 4m sägerauhe Latten mit 24mmx48mm Querschnitt
  • 50cm Kantholz mit Querschnitt 8x8cm für den Fluglochtunnel und Montage am Baum
  • Etwa 200 Holzschrauben M4 mit 60mm Länge
  • 20 Holzschrauben M4 mit 40mm Länge (nur für das Verschrauben der Latten auf der Bodenklappe)
  • Dachpappe 90cm x 85cm
  • 200cm Holzleiste mit Querschnitt 1,0cm x 2,0cm
  • 3mm Drahtseil mit Kunststoffummantelung + 4 Drahtseilklemmen
  • 2 Schrauben M8 mit 12cm Länge, breiter Schraubkopf
  • 2 Schrauben M10 mit 20cm Länge für das Verschrauben im Baum
  • 2 kleine Winkel, Schenkellänge 2-3cm
  • Hanfdämmwolle
  • Leinölfirnis

Benötigtes Werkzeug

  • Akkuschrauber
  • 3mm Bohrer zum Vorbohren inkl. Absenken für die Senkköpfe der Schrauben
  • Forstner-Bohrer 40mm Durchmesser für das Flugloch
  • Handkreissäge oder Tischkreissäge
  • Seitenschneider für das Drahtseil
  • Schraubenschlüssel für die Drahtseilklemmen
  • Pinsel

Maße und Systemskizze der Beute

Bauanleitung

  1. Bretter D auf C verschrauben und Rahmen bilden (Abbildung 1), insgesamt 3x
  2. Auf einem Rahmen, von einer Seite zur anderen hin, die Bodenbretter (2xD und 2xA) verschrauben (Abbildung 2 & 3).
  3. Die Bretter A und B verschrauben und in den Boden einfügen. Die Bretter B sollen bündig mit den Bodenbrettern abschließen, sie liegen mit ihrer ganzen Fläche auf. Die Bretter A liegen nur mit 9mm auf den Bodenbrettern auf, 15mm liegen frei. Es muss eine lichte Breite zwischen den beiden eingefügten Brettern A von 26,5cm sein, dieses Maß hat Vorrang zu den zuvor genannten Maßen (Abbildung 4).
  4. Flugloch auf der Außen- und Innenseite anzeichnen (also an Brett A und C): Das Flugloch sollte sich wenige Zentimeter oberhalb der Unterkante der Beute befinden. Außen- und Innenbrett nun mit dem 4cm-Forstner-Bohrer durchbohren. Für den Tunnel zwischen den Brettern ein 14,7cm langes Kantholz (8x8cm) verwenden. Dieses in die richtige Position bringen und verschrauben. Dann von außen und innen durch die bereits vorhandenen Bohrungen mit dem Forstner Bohrer durchbohren, so dass sich die Bohrungen möglichst genau in der Mitte treffen (Abbildung 5 & 6). Ich hatte das Flugloch erst zu einem späteren Zeitpunkt montiert, daher ist auf dem Bild bereits Stroh (Bitte Hanfdämmwolle wählen!) zu sehen. Das Flugloch sollte aber bereits zu einem Zeitpunkt vor der Befüllung mit dem Dämmmaterial angebracht werden.
  5. Zweiten Rahmen aufsetzen (Abbildung 7) und Bretter A und B lose einsetzen. Mit Hilfe von oben lose aufgelegten Brettern in die richtige Position bringen: Wieder sollen die Bretter B bündig abschließen, die Bretter A werden von dem lose aufgelegten Brett nur zu 9mm überdeckt (Abbildung 8). Die nicht überdeckte Fläche wird später zur Auflagefläche der Wabenrähmchen. In der richtigen Position die Bretter entsprechend markieren (Abbildung 9), wieder rausholen und wie markiert verschrauben (Abbildung 10). Dann wieder einsetzen und mit dem Rahmen verschrauben.

     

  6. Jetzt werden die Kammern mit Dämmmaterial gefüllt, bzw. mit leichtem Druck gestopft. Die Deckenbretter können nun, von einer Seite zur anderen hin, verschraubt werden (Abbildung 11).
  7. Der 3. Rahmen, der das Dach bilden wird, wird auf einer Seite mit den Brettern E verschraubt. Die Bretter E ragen nach Montage auf jeder Seite des Rahmens 3cm raus (Abbildung 12).
  8. Auf der anderen Seite des 3. Rahmens werden die 4 Bretter F aufgelegt, beginnend an einer Seite bündig. Das 4. Brett muss noch der Länge nach gekürzt werden, so dass es bündig mit dem Rahmen abschließt. Der Rahmen wird nun mit Stroh gefüllt und die Bretter verschraubt (Abbildung 13).
  9. Von der Leiste mit Querschnitt 1x2cm zweimal jeweils 26,3cm Abschnitte absägen und auf der Unterseite (dort wo das Flugloch ist) wie auf Abbildung 14 (und auf der gegenüberliegenden Seite) verschrauben. Aus der gleichen Leiste einen Rahmen zusammenschrauben, mit den Außenmaßen 26,3cm x 38,8cm. Auf einer Seite ein Gitter aufnageln oder tackern. Eine günstige Variante sind Gitter von der Rolle mit einer Maschenweite von 0,5cm. Die Löcher sind allerdings noch zu groß und können von den Bienen durchquert werden. Um das zu verhindern lässt sich ein zweites Gitter in einem anderen Winkel aufbringen (siehe Abbilung 15).
  10. Die 2 Bretter G für die Bodenklappe wie abgebildet (Abbildung 16) mit Hilfe der Holzlatte (Querschnitt 24x48mm) verschrauben. Um die Bodenklappe herum aus der Holzlatte einen Rahmen anbringen mit Verschlussmöglichkeit (Abbildung 17). Zwischen Rahmen und Bodenklappe sollte umlaufend ein Spalt von 2-3mm sein.
  11. Oberträger (Abbildung 19) fertigen oder Kuntzsch hoch Rähmchen verwenden. Stofftuch zur Auflage auf die Oberträger zurecht schneiden (Abbildung 20).

     

  12. Die Dachpappe wird auf dem Deckel der Beute befestigt indem sie am Rand umgeschlagen und von unten festgetackert oder genagelt wird.
  13. Alle Aussenseiten der Beute sollten mit Leinölfirnis angestrichen werden.
  14. Die Beute wird auf der Rückseite auf ein am Baum verschraubtes Kantholz (8x8cm, 30cm lang, Abbildung 21) gesetzt. Auf der Vorderseite wird sie über Drahtseile an darüberliegenden Ästen befestigt. Um die Drahtseile mit der richtigen Länge zu versehen, wird die Beute zunächst mit Spanngurten aufgehangen. An der Beute werden für die Aufhängung 2 Klötzchen aufgeschraubt (hier Kantholzer mit 4x6cm Querschnitt, Abbildung 23).Die 2x M8 Schrauben für die Drahtaufhängung werden zunächst nur so weit verschraubt, dass der Schraubenkopf noch ca. 3cm Abstand zum Holz hat. Hier werden zunächst die Spanngurte befestigt. Die Drahtseile werden um oberhalb liegenden stabile Äste (Durchmesser > 10cm) geführt und mit Drahtseilklemmen befestigt. Mit dem anderen Ende wird ebenfalls eine Schlaufe gelegt, um die M8 Schraube. Wenn die Drahtseilklemmen verschraubt sind, können die Spanngurte entfernt werden. Nun können die M8 Schrauben bis zum Anschlag verschraubt werden (Abbildung 23).Die Auflage am Baum wird mit 2x M10 Schrauben mit 20cm Länge verschraubt. Um ein Verrutschen der Beute in horizontaler Richtung auszuschließen, sollte sie mit 2 kleinen Winkeln fixiert werden (Abbildung 21).