Der D-Deckel funktioniert!

Durchschnittliche Temperaturdifferenz

Im Dezember 2017 hatte ich Messungen an einer Dadant Blatt Beute mit D-Deckel für 2 Wochen vorgenommen um einen Überblick über die durchschnittlich anliegende Temperatur unterhalb des Deckels zu bekommen. Hierfür wurden 7 Temperatursensoren wie abgebildet angebracht. Die angegebenen Werte sind die jeweilige durchschnittliche Temperaturdifferenz am Sensor zur Außentemperatur. Die durchschnittliche Temperaturdifferenz zur Außenluft ergibt sich in den betrachteten 2 Wochen zu 5,5°C (die durchschnittliche Außentemperatur betrug in dem Zeitraum 0,4°C). Die Temperaturdifferenz ist deutlich geringer als ich erwartet hatte, zumal die Beute mit einer zusätzlichen 10cm Aussendämmung, einem geschlossenem Boden und nur 3 kleinen Fluglöchern versehen ist. Aber die Bienen beheizen nun mal nicht die Beute, sondern nur ihre Bienentraube :-).
Aufgrund dieser doch recht kleinen Temperaturdifferenz kamen mir leise Zweifel, ob das denn alles so richtig ist, was ich da von mir gebe…

Klimadaten unter dem D-Deckel

Ab dem 23.12. wurden nur noch die beiden mittleren Sensoren betrieben, da die anderen in anderen Projekten benötigt wurden. Bis zum 11.4. ergaben sich folgende Durchschnittswerte:

T links rF links T rechts rF rechts T aussen rF aussen
12,7°C 62,90% 8,0°C 73,90% 3,5°C 94,1%

Diese Messergebnisse bestätigen die Wirkung des Deckels: Die Feuchtigkeit wird durch den Deckel per Wasserdampfdiffusion abgetragen.

Besonders interessant wird es, wenn wir uns die Kurve der letzten Wochen (März/April 2018) genauer ansehen: Die Luftfeuchte unterhalb des Deckels unterliegt recht grossen täglichen Schwankungen. Es ist sehr schön zu erkennen wie abhängig die relative Luftfeuchte von der Differenz der am Deckel anliegenden Temperaturen ist. Immer wenn der Temperaturunterschied am grössten ist, kommt es zu einer maximalen Diffusion und die relative Luftfeuchte erreicht ihr Minimum unter dem Deckel. Die relative Luftfeuchte unter dem Deckel reagiert umgehend auf eine Veränderung der Temperaturdifferenz. Für kurz Zeiten werden bei niedrigen Außentemperaturen sogar relative Luftfeuchten unterhalb von 30% erreicht.

Durch die direkte Abhängigkeit der Diffusion von den anliegenden Temperaturen dürften die höchsten Werte für diese im Frühjahr und Herbst anfallen, wenn es nachts noch/schon kalt ist und die Bienen innen aber schon/noch hohe Temperaturen aufrecht erhalten. Für den Sommer ist daher keine Steigerung zu den vorliegenden Daten zu erwarten.

Die vorgelegten Daten sind die ersten aus verschiedenen Messreihen zum Diffusionsdeckel. Im Laufe des Jahres werden weitere folgen, an anderen Deckeln mit anderen Messstationen. Erfreulicherweise erreichte mich heute die Nachricht des Imkers Peter Reiter, der in einer eigenen Umsetzung des  D-Deckels ebenfalls Klimadaten erfasst hat. Seine Konstruktionen und Ergebnisse sind toll und bestätigen die Funktion des D-Deckels ebenfalls. Bei seinen Messungen bleibt die relative Luftfeuchte in der letzten Woche sogar meist unter 50%!