Bauphysikalische Eigenschaften von Propolis

Die antiseptische Wirkung von Propolis ist allgemein bekannt. Durch diese Eigenschaft des Kittharzes wird die Entstehung und Verbreitung von pathogenen Keimen in den Beuten und Baumhöhlen gebremst. Propolis bekämpft Schimmel und Kondenswasser aber noch auf eine andere Art und Weise, die bislang unter Imkern weitestgehend unbekannt sein dürfte. Es ist ein einfacher physikalischer Effekt: Propolis verhindert die Kapillarkondensation.

Schimmelbildung kann nur bei Vorhandensein von freiem Wasser stattfinden. Bei nicht hygroskopischen Baustoffoberflächen kommt es erst zur Kondensation, wenn in Oberflächennähe eine relative Luftfeuchte von 100% vorliegt. Bei hygroskopischen Baustoffoberflächen (z.B. Putzschichten, Holz) kommt es infolge Kapillarkondensation bereits zu einem Tauwasseranfall, wenn in den oberflächennahen Bereichen eine relative Luftfeuchte von 80% erreicht wird. Dieses im Holz anfallende Kondenswasser wird weitestgehend vom Holz gebunden, es liegt nur in sehr geringen Mengen als freies Wasser vor. Diese geringen Mengen genügen aber bereits für ein Schimmelwachstum auf der Holzoberfläche.

 

Das Auftragen der Propolisschicht verändert die Oberflächenbeschaffenheit der Baumhöhlen-, bzw. Beutenwand. Die Oberfläche ist nun nicht mehr hygroskopisch. Eine Kondensation auf dieser Oberfläche findet erst bei etwa 100% relativer Luftfeuchte statt.

Die dünne Propolisschicht  (ca. 0,1-0,3mm) lässt eine Wasserdampfdiffusion weiterhin zu. Eigene Versuche bestätigen die Diffusionsoffenheit der Probekörper. Die Wechselwirkung von Holz- und Luftfeuchte wird durch die  Propolisschicht lediglich ein wenig gebremst.

Die unter der Propolisschicht befindliche Holzschicht wird regelrecht mumifiziert, ein Wachstum von Schimmel dürfte hier ausgeschlossen sein.