Wärmedämmung von Magazinbeuten und Baumhöhlen

Energieverluste bei Magazinbeuten

Eine schlechte Isolierung der Beuten bedeutet Energieverluste für die Bienenvölker.

Der Deckel

Am Deckel der Beute liegen auf der Innnenseite die höchsten Temperaturen an, hier ist eine gute Wärmedämmung am wichtigsten. Herkömmliche Deckel von Magazinbeuten bestehen in der Regel aus mehreren dünnen Schichten. Meist ist eine Holzfaserdämmplatte von 2,0cm Stärke enthalten.

Herkömmlicher Deckel
Deckel herkömmlicher Magazinbeuten

Der Wärmedurchlasswiderstand der abgebildeten Konstruktion ergibt sich zu 0,832m²K/W. Würde man die gleiche Konstruktion mit 5cm Holzfaserplatte konstruieren, so würde sich ein Wärmedurchlasswiderstand von 1,499m²K/W ergeben.

Mit der folgenden Beispielrechnung möchte ich verdeutlichen, wie groß die Energieeinsparung bereits mit wenig Materialaufwand wäre. Für eine überschlägliche Berechnung treffen wir folgende Annahmen:

– durchschnittliche Außentemperatur in den 6 kalten Monaten 4°C
– durchschnittliche Temperatur unter dem herkömmlichen Deckel 9°C
– Deckel einer 12er Dadant Blatt Beute mit einer Innenfläche von 48x48cm
– in 100g Honig sind ca. 1380KJ enthalten
– Wirkungsgrad der Bienen zur Erzeugung von Wärme 80%

Durch den um 0,667m²K/W größeren Wärmedurchlasswiderstand kommt es vereinfacht gerechnet zu einer Energieeinsparung von 27.000kJ in den 6 kalten Monaten. Diese Einsparung bedeutet einen 2,40kg geringeren Honigverbrauch und somit auch 1,63l geringeren Wasseranfall.

Der Mehraufwand an Material würde sich bereits im ersten Winter bezahlt machen…

Die Seitenwände

Die schlechte Wärmedämmung der Seitenwände ist nicht so fatal für den Wärmehaushalt der Bienen, wie man zunächt meinen könnte. Zumindest nicht bei den üblichen Magazinbeuten, die breiter als hoch sind. Der von den Bienen angelegte Wabenbau fungiert selber wie eine Wärmedämmung. Die Luftschichten in den Wabengassen können wir bei der Betrachtung der Wärmedämmung und der Belüftungssituation als “schwach belüftet” annehmen, selbst bei einem offenen Boden. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass zwischen dem Rand der Bienentraube und der Aussenwand der Beute ein nahezu linearer Temperaturabfall vorliegt. Gäbe es hier stärkere Luftbewegungen, so wäre die Temperatur in diesen Bereichen eher konstant und die Schichten hätten keine Dämmwirkung.

Dennoch wirkt sich eine zusätzliche Dämmung der Seitenwände positiv aus. Einerseits verbessert sich natürlich die Wärmedämmung insgesamt, andererseits verschiebt sich der Taupunkt für anfallendes Kondenswasser nach außen in Richtung Seitenwand. Bei den ungedämmten dünnwandigen Magazinbeuten ist dieser Taupunkt bereits mitten im Wabenbau.

Wärmedämmung von Baumhöhlen

Wie bereits unter Baumhöhlen aufgeführt dämmt das die Höhle umgebende Holz ausgezeichnet. Die Baumhöhlen sind ähnlich gut isoliert wie unsere Häuser. Diese gute Isolierung bringt viele Vorteile mit sich:

  • Geringere Energieverluste führen zu geringerem Honigverbrauch und weniger Wasseranfall in der Baumhöhle
  • Durch die höhere Temperatur der Holzoberflächen der Höhlenwände sinkt das Risiko von Kondensation
  • Es verbleibt den Bienen wertvolle Zeit für wichtige Arbeiten, sie werden erst bei wesentlich niedrigeren Temperaturen zur Einnahme der Winterformation gezwungen
Skizze Querschnitt Baumhöhle
Querschnitt Baumhöhle